Mittwoch, 10. März 2021

Ein trauriges Jubiläum...

 oder: 10 Jahre nach Fukushima 

 
Morgen ist es genau 10 Jahre her, dass in Japan die Erde mit einer Stärke von 9,1 bebte. Infolgedessen wurde die nordöstliche Küste des Landes von einer 10 Meter hohen Tsunami-Welle überollt. Die Folgen für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und die gesamte Region Fukushimas sind bis heute sichtbar.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt kostete diese Katastrophe 20 000 Menschen das Leben und über 160 000 mussten ihre Heimat aufgrund der hohen Strahlung verlassen. 

Lange Zeit waren große Teile der Region nicht mehr bewohnbar. Man begann die verseuchte Erde abzutragen und neue aufzuschütten, um die Strahlenwerte nach unten zu bekommen. Die Erde wird immer noch in schwarzen Säcken gelagert. Was mit ihr geschehen soll ist bist heute nicht ganz geklärt. Sicher ist, dass sie nicht ewig dort lagern können. 
Ab März 2017 hat die japanische Regierung einige Städte nach und nach für wieder bewohnbar erklärt. Die Bewohner kehren nur sehr zögerlich wieder zurück. Das Vertrauen in die Betreiberfirma Tepco und deren Angaben hat sehr große Risse bekommen.

Seit Juli 2019 kann auch an einigen Stränden in Fukushima, laut Regierung, wieder bedenkenlos gebadet werden. Zudem sollten Teile der Olympischen Spiele 2020 in Fukushima statt finden. Wie wir ja alle wissen, wurde die Veranstaltung um ein Jahr verschoben. Wie es dieses Jahr aussieht, weiß man noch nicht. Eine Austragung ohne ausländische Zuschauer wird immer wahrscheinlicher. 

Um die Brennstäbe in den Reaktorblöcken und deren Hitze in den Griff zu bekommen, begann man früh Wasser in die jeweiligen Blöcke zu pumpen. Dieses kontaminierte Wasser wird seit dem in großen Wasserfässern deponiert. Der Plan sieht vor, dieses quasi zu klären und wieder ins Meer zurück zu führen. Dieses Vorgehen stieß schon in der Vergangenheit immer wieder auf kritische Stimmen, die eine zu hohe Kondamination des Meeres fürchteten. 

Vor gut zwei Wochen bebte die Erde erneut vor der Küste Japans und man hatte berechtigte Sorge, dass dieses Beben noch mehr Schäden an dem ohnehin schon sehr mitgenommenen Kraftwerk angerichtet hat. Langsam sickern hier die Informationen durch und es ist klar, dass Schäden auftraten, die bis jetzt noch nicht genau lokalisiert und untersucht werden konnten. Was jedoch klar ist, dass dieses Beben der Stärke 4,6 als Nachbeben von vor 10 Jahren kam.

Tepco plant bis 2031 alles soweit vorzubereiten, um mit dem Abbau und dem Entsorgen der Trümmer beginnen zu können. Ob dieser Plan eingehalten werden kann oder was sonst noch passiert, werden die nächsten 10 Jahre zeigen. 

Seit 2011 ist der März für mich immer auch ein Monat des Gedenkens an diese Katastrophe. Ich versuche mich über den aktuellen Stand zu informieren und mir ein Bild der Lage zu machen. 
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Büchern, Manga und Dokumentationen/Filmen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen bzw. auch das alltägliche Leben dort widerspiegeln...

Zwei dieser Schöpfungen habe ich auf meinen Block schon rezensiert...: 

 
Nächste Woche wird ein weiteres Buch vorgestellt, welches einen tiefen Einblick in die Geschehnisse dieses verhängnisvollen Tages geben.

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