Mittwoch, 12. Mai 2021

Was macht eine gute Ehe aus?

 oder: Der Geschmack von grünem Tee über Reis, Ozu Yasujiro


 

Vom 22. Februar bis zum 07. März veranstaltete The Japan Foundation ihr Japanese Filmfestival Plus online. Nach vorheriger Anmeldung konnte man dann verschiedene Filme und Dokumentationen kostenfrei anschauen. Ich habe im Rahmen dieser Veranstaltung ebenfalls einiges anschauen können. Darunter auch dieser Klassiker aus dem Jahr 1952.

Geschichte: 
Taeko und Mokichi Satake sind ein Paar, das in den 50er Jahren in Tokyo lebt. Sie haben keine Kinder und auch sonst augenscheinlich wenig Gemeinsamkeiten. Er ist Angestellter in einer Firma und sie eine Hausfrau. Sie belügt beispielsweise ihren Mann um in ein Onsen reisen zu können und er versteht das gar nicht. Im Onsen feiert Taeko dann mit ihren Freundinnen und ihrer Nichte Setsuko ausgelassen. Die Frauen lästern hierbei auch ausführlich über ihre Männer, die keine Ahnung haben, was sie eigentlich so treiben. 

Setsuko hingegen soll bald mit einem Mann verheiratet werden, den sie gar nicht kennt. Um ihn mal kennen zu lernen soll sie mit zu einer Kabuki-Vorführung. Dort haut sie kurzerhand ab und trifft ihren Onkel Mokichi, der sie mit zur Radrennbahn und zum Pachinko nimmt. Taeko findet dies gar nicht gut, weshalb sich die beiden bald streiten. Es ist klar, dass sie unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben... Taeko fährt daraufhin für einige Tage weg. Währenddessen erhält er die Nachricht, dass er am nächsten Tag nach Uruguay versetzt wird...

Meine Meinung:
Die Geschichte gibt ein gutes Bild der 50er Jahre in Japan wider. Natürlich zeigt es hier eher das Bild der Mittel- bis Oberschicht der japanischen Gesellschaft damals, weshalb man nicht alles automatisch auch auf andere Gesellschaftschichten beziehen kann. Jedoch waren damals arrangierte Ehen noch häufig um seinen Status zu verbessern oder zu erhöhen. Außerdem wurde von den Frauen auch erwartet, dass sie ihre berufliche Anstellung mit der Geburt des ersten Kindes aufgeben und sich voll und ganz den Kindern widmen. Taeko und Mokichi stechen in diesem Aspekt etwas aus der Masse hervor, da sie kinderlos geblieben sind. Die Konflikte zwischen den eigenen Interessen und den Erwartungen der Gesellschaft sind in diesem Film deutlich spürbar und durch Setsuko nochmal verdeutlicht. Das Ehepaar Satake hat eigentlich nichts gemeinsam und leben ihr Leben so aneinander vorbei. Das große Fazit aus dieser Geschichte für die beiden ist, dass Kommunikation wichtig ist und in ihrem Fall der arrangierten Ehe wahrscheinlich noch mehr an Bedeutung hat. 
Der Film ist ein wahrer Klassiker und in schwarz-weiß gedreht worden. Solche Geschichten müssen einem liegen... Ich fand ihn sehr gut! 
 
 

 

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