Mit leiser Wehmut, vielen Fragen und großen Hoffnungen im
Gepäck überqueren sie den Ozean: junge Japanerinnen, die Anfang des 20.
Jahrhunderts ihre Heimat verlassen, um in Kalifornien japanische
Einwanderer zu heiraten. Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre
zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler,
und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika. Die
Überfahrt wird zu einer seltsamen, oft traumartigen Passage zwischen
zwei Welten – und die Ankunft in Amerika zu einem abrupten Erwachen in
der Fremde, in der kaum etwas so ist wie erwartet... (Quelle: Goldmann Verlag)
Meine Meinung:
Die Geschichte der Frauen wird im kollektiven Wir erzählt. Diese Erzählform verstärkt den Eindruck, dass es hier nicht um Einzelschicksale geht, sondern um viele Schicksale. Gerade in der Zeit nach dem Krieg hofften viele Frauen auf ein besseres Leben in Amerika und verließen deshalb ihr Land. Meist nur mit einem Foto ihres zukünftigen Mannes und wenigen eigenen Habseligkeiten machten sie sich auf den Weg. Voller Hoffnungen und Träumen...
In Amerika wartete die Ernüchterung: Der Mann auf dem Bild war in keiner Weise mit der Realität verwandt und dies sollte oft nicht die einzige Enttäuschung sein. Statt einem angenehmen Leben wartete harte Arbeit auf den Feldern oder als Dienstmädchen...
Neben der "Wir"-Erzählung trägt auch die teilweise sehr nüchtern geschriebenen Sätze zu einer bedrückenden Stimmung bei. Man hat immer im Hinterkopf, dass solche Schicksale wirklich passiert sind. Die Erzählungen geben einen sehr guten Einblick in das Leben früher.
Ich kann das Buch empfehlen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen