Mittwoch, 26. August 2020

David gegen Goliath

oder An ant strikes back


Diese Dokumentation habe ich mir bei der Nippon Connection Online angeschaut. Sie hat dieses Jahr den Online Award des Filmfestivals gewonnen.

Inhalt:
In den Jahren 2006 bis 2017 sind in Japan über 5.000 Menschen an den Folgen von Überarbeitung gestorben – und dies ist lediglich die offizielle Zahl. Nur selten wehren sich japanische Arbeitnehmer*innen gegen schlechte Arbeitsbedingungen, der soziale Druck ist zu hoch. Tokachi TSUCHIYA verfolgt in seinem Dokumentarfilm den Fall eines Angestellten einer Umzugsfirma, der sich entschließt, illegale Bestimmungen in Arbeitsverträgen und erniedrigende Beschäftigungsverhältnisse nicht länger hinzunehmen. Bisher nur eine „Ameise“ unter vielen, tritt er einer Gewerkschaft bei und nimmt seine Rechte wahr. So kämpft er nicht nur für sich, sondern stellvertretend für alle „Ameisen“ in der Arbeitswelt Japans. (Quelle: Nippon Connection Online)


Meine Meinung:
Ich wusste schon vorher, dass die Arbeitsbedingungen in Japan zum Teil sehr verheerend sind. Dennoch hat mir diese Dokumentation noch etwas mehr die Augen geöffnet. Es ist wirklich heftig zu sehen, was mit einem Arbeiter passiert, der sich mal gegen die Bedingungen wehrt und sich für bessere einsetzt. Der Angestellte in dieser Dokumentation wurde rasch von einem der besten Positionen zum Dokumenten schreddern verdonnert. Dabei hat er sich jahrelang für die Firma eingesetzt. Als er sich zu wehren beginnt, werden die Umstände immer schwieriger und man versucht ihn aus der Firma zu bekommen.
Es ist aber auch schön zu sehen, dass sich immer wieder Widerstand regt und Arbeiter in Japan doch Unterstützung erfahren können. Denn nur wer sich regt kann auch etwas verändern. Die Dokumentation zeigt deutlich, dass es zwar noch ein langer Weg ist, aber es gibt Menschen, die bereit sind ihn zu gehen und für ihre Rechte kämpfen. Auch die persönliche Entwicklung des Angestellten macht einem Mut und lässt hoffen, dass sich langfristig etwas ändern wird. Er selbst ist anfänglich nämlich noch ziemlich schüchtern und glaubt, dass die Firma recht hätte. Erst mit der Zeit versteht er, was alles falsch lief und beginnt für sich und seine Bedürfnisse einzustehen.


Die Kameraführung ist oft eher im Hintergrund und das Voiceover immer an den passenden Stellen gewählt. Das Gesamtbild passt bei dieser Dokumentation super zusammen.

Trailer:


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