oder: Mein Tag in Hiroshima
Schon früh ging es für mich heute los, da ich nach Hiroshima fahren wollte. Mit dem Shinkansen fährt man ca. 4 h nach Tokio. Erstaunlich, wenn ich bedenke, dass man in Deutschland für eine ähnlich weite Strecke fast das doppelte an Zeit braucht - ohne Umsteigen!
Auf jeden Fall ging es früh los und ich war dann gegen 11:30 Uhr in Hiroshima. Dort machte ich mich ohne Umwege auf den Weg zum Genbaku Dome... Der Atombombenkuppel und dem Museum in Hiroshimas Friedenspark.

Leider war eine Halle im Umbau, weshalb nicht alles im Museum frei zugänglich war. Die Ausstellungen, die man sehen konnte, waren sehr eindrücklich und verdeutlichten einem die Ereignisse noch mehr. Es ist letztlich doch ein riesiger Unterschied, ob man etwas in einer Dokumentation sieht oder man reale Ausstellungs- und Fundstücke aus der Zeit sieht. Mit dem starken Gefühl der Betroffenheit betrat ich dann den Friedenspark. Unvorstellbar, dass genau dort vor 73 Jahren eine verwüstete Landschaft war. Der Park strahlt so viel Ruhe und Frieden aus, dass der Kopf erstmal verarbeiten muss, wie gegensätzlich es doch zur Geschichte und dem Anlass dieses Parks ist. In einem weiteren Gebäude konnte man dann noch mehr über viele Opfer der Katastrophe erfahren. Dies gab vor allem den Opfern ein Gesicht, die sonst so anonym sind.Ich habe viel Zeit in dem Park und den Gebäuden verbracht, da ich erstmal Zeit brauchte, das zu realisieren und zu verarbeiten.

Erst als ich mich dann bereit für etwas anderes fühlte, fuhr ich dann noch nach Miyajima, einer Insel vor Hiroshima. Dort befindet sich das bekannte Torii, welches im Wasser steht. Ich hatte Glück, da Ebbe war und man so auch bis zum Torii laufen konnte. Auch den dazugehörigen Schrein habe ich mir angeschaut... Ein wundervoller und ruhiger Ort, der ebenso für seine frei herumlaufenden Rehe bekannt ist. Gegen 20 uhr war ich dann im Hotel, welches ich für diese Nacht gebucht hatte. Nebenan befand sich ein Okonomiyaki-Laden, der die bekannten Hiroshima-Okonomiyaki anbot. Hungrig und schon sehr gespannt auf diese Art Okonomiyaki betrat ich den kleinen Laden. Außer mir waren noch drei Japaner da, die wie ich später vom Koch erfahren habe, auch im Hotel übernachteten. Ich habe mir eine einfache Variante mit Käse ausgesucht und war in dem Laden noch mehr gezwungen Japanisch zu reden, da er kein Englisch konnte. Trotzdem haben wir uns gut verstanden und ich durfte sogar mitfilmen, wie er mein Okonomiyaki gemacht hat. Super sympathisch und lecker war es dort. Auch die Größe des Lokals hat zu einer gemütlichen Stimmung geführt. Morgen solls dann weiter nach Kyoto gehen...



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