Mittwoch, 30. Mai 2018

Japan Book Year, Part 5...

oder: Tagame. Berlin - Tokyo 
Kenzaburô Ôe


Jetzt ist der turbulente Monat Mai auch schon zu Ende. Heute ist Mittwoch, also kommt das nächste Buch. Heute gehts um das Buch "Tagame. Berlin  - Tokyo" von Kenzaburô Ôe.

Geschichte: 
Kogito führt mit seinem Rekorder (Tagame) eine fiktive Unterhaltung. Er hört auf diesem Gerät die Kassetten ab, die sein Freund Goro ihm geschickt hat. Goro, ein berühmter Filmemacher, hat sie vor seinem Selbstmord besprochen. Auf Grundlage dieser Kassetten will Kogito herausfinden, was seinen Jugendfreund zu solch einer Tat getrieben hat. Auf seiner Reise durch ihre gemeinsame Geschichte, kommt er langsam auf die Spur von Goros Gründe. Diese Spur führt ihn nach Berlin, wo er eine Weile arbeitet... Als er dann noch eine alte Bekannte Goros trifft, erscheinen viele Erinnerungen in neuem Licht. 

Meine Meinung: 
Ich habe bei der Auswahl der Bücher primär auf den Klappentext jedes Buches geachtet. Aus diesem Grund wusste ich nicht viel über dieses Werk... Erst gegen Ende kam mir der Gedanke, dass dieses Buch autobiografisch sein könnte. 
Ich für meinen Teil kam nur schwer rein, was wahrscheinlich auch an der Länge der Einleitung lag. Anfänglich erzählt Oe fiel über den Schildkäfer, Kogitos Kassenrekorder, und wie die Hauptfigur sich immer mehr in den Kassetten seines verstorbenen Freundes verliert. 
Der Vorschlag Goros mal in Quarantäne zu gehen, also woanders hin und dort leben, bringt eine neue Location zum Vorschein. Aber auch in Berlin überwiegen die Erinnerungen und die Geschichten ihrer Jugend. So hat man derweil oft das Gefühl, alle weiteren Figuren in diesem Buch seien nur wenig relevant und nur Statisten. Nur hin und wieder kommt denen eine größere Bedeutung zu. Meist im Zusammenhang mit der Vergangenheit der beiden. 
Die Erinnerungen in eine Reihenfolge zu bringen, ist manchmal nicht einfach und trotz der Zerstreutheit geht die Handlung auf einen bestimmten Punkt zu. Die Sache, über die weder Goro noch Kogito seit jener Nacht ein Wort verloren haben. 
Im gesamten Buch erfährt man viel über die Trauerbewältigung Kogitos, wie jedoch seine Frau (Goros Schwester) mit dem Tod umgeht, wird erst im letzten Kapitel deutlich. Im Vordergrund steht einfach die Freundschaft der beiden Männer, die mehr verbindet als nur die Dauer. 

Was mich am meisten erstaunt hat, ist die Tatsache, dass Oe mit diesem Buch vor allem seine Freundschaft Juzo Itami und dessen Tod verarbeitet. Wie viel davon autobiografisch ist, kann man wohl nicht genau sagen. Beziehungsweise, das weiß nur er selbst. 
Die Schreibweise und der düstere Ton machten es mir oft nicht leicht, weiter zu lesen. Aber es ist auf jeden Fall eine lesenswerte Geschichte über Freundschaft, Trauer und die Vergangenheit!

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