Montag, 4. Dezember 2017

Mein Leben mit Rosetta Stone...

oder: War es das wirklich wert?


Den Lesern, die schon länger dabei sind, dürfte der Beitrag zu Rosetta Stone nicht entgangen sein... Heute, zwei Jahre nach dem ersten Blogeintrag, blicke ich noch mal auf mein Leben mit Rosetta Stone zurück. 
Über den Aufbau etc. könnt ihr in meinem ersten Beitrag nachlesen. Den findet ihr hier

Ansicht, vor dem Update
Heute geht es vor allem um meine Erfahrung und meine Meinung... Ich habe mir Ende September 2015 einen 2-Jahres-Zugang für die Onlineplattform von Rosetta Stone gekauft. Diese war damals quasi im Sale und somit um einiges günstiger, weshalb es erst zu dieser 2-jährigen Beziehung kam... Nach Ablauf des Zeitraums kostet der Zugang 16,66 € monatlich.

Zwei Jahre und 2 Monate hielt diese Beziehung bis ich sie nun beendete. 
Ich gebe auch zu, dass unser Verhältnis zwischenzeitlich komplett auf Eis lag, da mir das immer gleiche Muster der Aufgaben irgendwann zu langweilig wurde. (Ich habe sicher 1 - 1 1/2 Jahre nichts mit dem Programm gemacht, oder nur sporadisch hinein geschaut)  Man muss zum Teil nichtmal die Sätze zu Ende hören um zu wissen, auf welches Bild man klicken muss.

Nicht nur das Muster der Aufgaben war irgendwann mühselig. So wurden bis zur Einheit 7/8 in den Schreibübungen ausschließlich Kana behandelt, aber keine Kanji. Zu diesem Zeitpunkt, sofern man die Einstellung für Kanji aktiviert hatte,kamen aber schon sehr viele Kanji in den Aufgaben vor. Auch, dass man die Antworten in Romaji eintippen sollte, hat es nicht immer einfach gemacht. Gerade bei den Sätzen, die man zum Schluss eintippen musste, wurden manche Wörter ein Mal zusammen geschrieben und ein anderes Mal wiederum nicht. Mir hat sich dabei keine logische Regelung erschlossen. 
Beispiel: shitteimasu -> shitte imasuka. 

 Auch die zu schreibenden Sätze waren teilweise sehr lang, weshalb man oft noch mal nachhören musste.
Bei den Grammatikaufgaben fehlte mir oft die Erklärung, warum/wann/wie das angewendet wird.


PC-Ansicht, aktuell
Beim Sprechen stieß ich oft auf Mankos. So waren die Sätze oft so lang, dass man sie in der "vorgegebenen" Zeit fast nicht vorlesen konnte ohne sich zu verhaspeln. Unweigerlich führt das zu Fehlern in der Aussprache, die oft gar nicht vom Programm  erkannt wurden. Somit hatte man die Übung bestanden, obwohl man Fehler drin hatte. 

Die Features: 
Die Features habe ich so gut wie nie benutzt, obwohl ich es vorhatte und es testen wollte. Die Spiele habe ich zu Anfang oft gespielt, aber irgendwann nicht mehr. Die Sprachsessions mit der Tutorin habe ich nie in Anspruch genommen. Das Bedürfnis war einfach nicht da, zumal man die Termine schon 2 Wochen im Vorraus legen musste und es oft keine passende Zeit für mich gab. Für verschiedene bestandenen Aufgaben/Lektionen, oder für regelmäßiges Einloggen, gab es zudem Abzeichen.

Smartphone Ansicht
Ein Update des Programms brachte einen Audio Companion, sowie Geschichten/Vokabeln für PC und Smartphone. Zudem wurde die Ansicht verändert.


Mein persönliches Fazit: 
Wie schon erwähnt, habe ich den Zugang vergünstigt erworben und zwei Monate zusätzlich bezahlt, weil das Abo ausgelaufen ist und ich noch nicht fertig war. 
Anfang November entschloss ich mich dann, den Zugang zu kündigen. In der Zeit habe ich noch 6 Einheiten absolvieren müssen. Das Vorhaben habe ich geschafft. Das intuitive Lernen hat oft auch Spaß gemacht, aber irgendwann haben einfach Erklärungen gefehlt. Für mich persönlich war es eine nette Erfahrung und ich habe auch viel dabei gelernt, aber ich würde es mir nicht nochmal zulegen.


Würde ich Rosetta Stone empfehlen? 
Smartphone-Ansicht
Ich denke, dieses Programm lohnt sich nur zur  Ergänzung und als Programm, nicht als Onlinezugang. Nach der Kündigung des Zugangs hat man kein Zugriff mehr auf den Fortschritt oder andere Materialien. Zudem empfehle ich, darauf zu warten bis es in einer Rabattaktion zu erwerben ist. Denn 399 € sind viel Geld und das ist das Programm in meinen Augen nicht wert. Mit 399 € kann ich 4,75 Semester an meiner VHS finanzieren. Man lernt vielleicht in einem langsameren Tempo dort, aber man hat einfach einen direkten Ansprechpartner für alle Fragen und auch die Konversation ist intensiver. 
Alleinig auf das Programm würde ich mich beim Lernen aber nicht verlassen! An und für sich finde ich die Idee nicht schlecht, aber es ist wirklich nicht für jeden geeignet. 
Auch die Probelektionen geben einem nur bedingt einen Einblick in das Programm. 



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