Wie ein Film ein japanisches Phänomen beleuchtet
Der Film Rental Family von Regisseurin Hikari begleitet den amerikanischen Schauspieler Philip Vanderploeg (gespielt von Brendan Fraser), der in Tokio lebt.
Dort hatte er vor Jahren seinen kleinen Durchbruch als Werbegesicht und kämpft nun, zehn Jahre später, mit Misserfolgen und der Einsamkeit der Großstadt.
Bis er eines Tages ein eher ungewöhnliches Jobangebot bekommt:
Er soll für eine Firma arbeiten, die Familienmitglieder, Ehepartner oder sogar Trauergäste „vermietet“.
Eigentlich ein einfacher Job für einen Schauspieler, sollte man meinen.
Doch schon bald merkt man, dass es eben nicht nur um Rollen geht, sondern um echte Emotionen und Beziehungen, die gespielt werden.
Wie war der Film?
Ich hatte die Möglichkeit, den Film an Silvester in einer Vorpremiere zu sehen, was irgendwie auch ganz gut zur Stimmung des Films gepasst hat.
Die schauspielerische Leistung fand ich wirklich stark. Man konnte die Einsamkeit und die inneren Konflikte der Figuren sehr schnell spüren und hat automatisch mitgefiebert.
Die Geschichte ist eher ruhig und kommt ohne viel Action aus, aber genau das macht sie in meinen Augen so besonders.
Der Film zeigt einen Aspekt der japanischen Gesellschaft, der eher selten im Fokus steht, und beleuchtet ihn sehr feinfühlig. Gleichzeitig wird auch der moralische Zwiespalt der Menschen deutlich, die in diesem „Mietservice“ arbeiten.
Vor allem in kleinen Momenten wird das spürbar, zum Beispiel, wenn jemand als Affären-Alibi gebucht wird und man merkt, dass diese Rollen eben nicht nur gespielt werden, sondern auch etwas mit einem machen.
Ich kann den Film auf jeden Fall empfehlen.
Brendan Fraser liefert zusammen mit den anderen Schauspielern eine wirklich gute Leistung ab und die knapp zwei Stunden Laufzeit vergehen überraschend schnell.
Geht das wirklich - sich eine Familie mieten?
Was den Film besonders interessant macht:
So etwas gibt es tatsächlich.
In Japan existieren verschiedene Dienstleister, die für andere Menschen Aufgaben übernehmen, die oft unangenehm oder emotional schwierig sind.
Dazu gehört zum Beispiel, dass jemand für einen kündigt oder eine Trennung überbringt. Aber eben auch, dass man sich Familienmitglieder oder sogar Trauergäste „mieten“ kann.
Die erste Firma, die solche Services angeboten hat, wurde 1987 gegründet und traf schnell auf großes Interesse.
Der Erfolg solcher Angebote liegt vermutlich nicht nur an zunehmender Einsamkeit, sondern auch an dem gesellschaftlichen Druck, bestimmten Erwartungen entsprechen zu müssen.
Gerade für Menschen, die nicht in dieses Bild passen, kann so ein Service eine Art „Lösung“ sein – auch wenn sie natürlich ihre ganz eigenen Fragen aufwirft.

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