Mittwoch, 18. November 2020

Die Emanzipation der japanischen Frau...

 oder: Brüste und Eier, Mieko Kawakami 

 

 

Dieses Buch erschien Ende August im Dumont-Verlag. Mich hat der Klappentext angesprochen, weshalb ich es auch lesen musste :)

Inhalt: 
»So großartig, dass es mir den Atem raubt.« Haruki Murakami

An einem drückend heißen Sommertag wird die dreißigjährige Natsuko von ihrer älteren Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko in Tokio besucht. Makiko, die mit zunehmendem Alter mit ihrem sich verändernden Körper nicht zurechtkommt, ist davon besessen, sich einer Brustvergrößerung zu unterziehen. Währenddessen ist ihre zwölfjährige Tochter Midoriko von der einsetzenden Pubertät überfordert und sieht sich außerstande, in einer Gesellschaft, die alles Intime und Körperliche tabuisiert, ihre Ängste, Bedürfnisse und Fragen offen zu kommunizieren. Und auch die asexuelle Natsuko hadert mit der Frage, welche Rolle noch bleibt – als unverheiratete Frau, die nicht mehr Tochter ist und vielleicht nie Mutter sein wird.
Rasant und radikal widmet sich Mieko Kawakami der Diskriminierung von Frauen und damit einhergehenden Fragen nach sozialem Geschlecht, Schönheitsnormen sowie dem Alterungsprozess des weiblichen Körpers – und wagt es zu fragen, welchen Wert Frauen in der Gesellschaft haben, wenn sie sich all diesen Erwartungen widersetzen.

»Einer der hellsten Sterne am japanischen Literaturhimmel, der bald die ganze Welt zum Strahlen bringen wird. Kawakami ist sowohl eine Schriftstellerin als auch eine Unterhalterin, eine Intellektuelle und eine sich ständig weiterentwickelnde Stilistin, die es gleichzeitig schafft, sehr lesbar zu schreiben und ungemein beliebt zu sein.« Japan Times  (Quelle: Dumont Verlag)


Meine Meinung: 
Der Roman teilt sich in zwei Zeitspannen auf. Im ersten Teil lernt man die Familie kennen und bekommt schon dort eine Ahnung, wie das Leben für diese Frauen so ist. Welche eigenen Probleme sie haben und was sie nach Außen auch gar nicht zeigen wollen/können. Gerade Kommunikation fällt allen drei sehr schwer und zeigt, wie schwierig es heutzutage häufig noch in der japanischen Gesellschaft ist, offen über Probleme, Ängste oder andere Themen zu sprechen. 

Im zweiten Teil, der einige Jahre später spielt, rückt dann Natsuko in den Fokus der Geschichte. Sie wünscht sich sehnlich ein Kind, auch wenn sich dies als Single fast nicht realisieren lässt. Natusko sucht ihren Weg und bedenkt dabei auch andere Seiten. Bevor sie sich entgültig entscheidet, informiert sie sich genau über dieses Thema und welche (gesellschaftlichen, seelischen) Folgen es für ihr Kind hätte ohne Vater aufzuwachsen. 
 
Der Roman von Kawakami behandelt ein sehr aktuelles Thema, nicht nur für die japanische Gesellschaft (die unter sinkenden Bevölkerungszahlen leidet), auch für andere Gesellschaften. In der heutigen Zeit sollte es eigentlich kein Problem sein, alleine ein Kind groß zu ziehen wenn der Partner dazu fehlt. Jedoch wird es Singles noch immer schwer gemacht. Paare können Kinder unter bestimmten Umständen adoptieren oder sich mit einer Spende helfen lassen. Für Singles ist dies fast unmöglich. 
Beim Lesen dieser Geschichte habe ich mich unweigerlich gefragt, wie ich mich wohl verhalten würde und ob so etwas für mich in Frage käme... 
Auf jeden Fall regt dieser Roman zum Nachdenken an.  
Ich kann ihn nur empfehlen! 

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