oder: Bekenntnisse einer Maske, Yukio Mishima
Ich mach ja bei dem Lesezirkel von Japanliebe mit... Bisher kannte ich alle Bücher schon, weil ich sie schon mal gelesen hatte. Dieses war nun komplett neu für mich und deshalb war ich gespannt auf diese Auswahl.
Geschichte:
Kochan wächst, abgeschirmt von Jungen seines Alters, im imperialistischen Japan auf. Doch er merkt, dass er nicht das ist, was man von ihm erwartet: Nicht nur ist er körperlich schwächer als andere, er entwickelt auch eine Faszination für Tod, Gewalt, Sex und den männlichen Körper. Unter den strengen Blicken der japanischen Gesellschaft beginnt er, sich eine Maske zu formen, die sein wahres Selbst verbergen soll. Mehr noch: Er will sie sich als neue Identität aufzwingen. Das Mädchen Sonoko und die Heirat mit ihr soll alle, einschließlich ihn selbst, hinters Licht führen.
(Quelle: Kein & Aber Verlag)
Meinung:
Aufgrund des Klappentextes hatte ich persönlich etwas anderes erwartet. Der größte Teil der Geschichte spielt tatsächlich in Kochans Kindheit/Jugend und beschreibt seinen Weg der Erkenntnis über seine eigenen Vorlieben. Mit jeder Steigerung seiner eigenen Fantasien sieht es sich auch einem inneren Konflikt gegenüber. Er weiß eigentlich ganz genau, was von ihm erwartet wird und dennoch schafft er es nicht, seinem eigenen Drang zu widerstehen. Folglich versucht er in einer Gesellschaft klar zu kommen, die nicht herausfinden soll, was eigentlich in ihm vorgeht. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges.
Man erfährt viel vom Innenleben der Hauptfigur und kann die Verzweiflung, die er teilweise spürt vollkommen nachvollziehen... Ebenso erzählt Yukio Mishima Schlüsselszenen sehr detailreich und dennoch nicht übertrieben.
Aufgrund der Tatsache, dass ich eine andere Erwartung hatte, war ich doch etwas enttäuscht. Anfänglich fiel mir das Reinfinden in die Geschichte aus diesem Grund schwerer.... Ich kann auch nicht sagen, ob ich es nochmal lesen würde.
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