Montag, 1. April 2019

Ein Kinderschicksal...

Oder: Sadako will leben, Karl Bruckner 



Ich war letztes Jahr in Hiroshima, leider nur für einen Tag, und habe dort im Friedenspark die Statue von Sadako gesehen. Seit dem wollte ich die Geschichte dieses Mädchens gerne näher kennen lernen und stieß auf das teils fiktive Buch von Karl Bruckner... 

Inhalt: 
Sadako Sasaki erlebt als Vierjährige den Atombombenabwurf über Hiroshima. Sie wird verschüttet. Ihr Bruder Shigeo kann sie befreien und beiden geschieht nichts. 10 Jahre später: Sadako, eine begeisterte Radfahrerin, wird bei einem Rennen von einer plötzlichen Schwäche befallen und es stellt sich heraus, dass sie an der Strahlenkrankheit leidet.
Wie eine alte japanische Sage erzählt, wird man gesund, wenn man 1000 Kraniche aus Papier faltet. Sadako klammert sich an die Sage und an das Leben, selbst als die Ärzte sie aufgegeben haben. Unbeirrt arbeitet sie an den Kranichen, doch beim 990 versagen ihre Kräfte … (Quelle: G&G Verlag)


Meine Meinung: 
Man wird nicht gleich mit der Katastrophe konfrontiert, sondern bekommt noch etwas vom Alltag der Kinder mit. Nach der Atombombe müssen die beiden einiges erleben, bleiben jedoch unversehrt und wachsen mit ihren Eltern heran. Das eigentlich schlimme passiert erst 10 Jahre nach der Katastrophe: Sadako erkrankt schwer und es gibt keine Hoffnung mehr für sie. Das weiß das Mädchen aber nicht, weil ihre Familie das vor ihr geheim hält und so beginnt sie in der Hoffnung, dass sie gesund wird, 1000 Kraniche zu falten... Denn dann hätte sie ja schließlich einen Wunsch frei. 

Die Geschichte an sich ist relativ kurz gehalten und gefühlt aufs Wesentliche beschränkt. Sadako gab es wirklich, dennoch ist sie wohl lediglich die Vorlage zum Buch gewesen. Wie viel daran nun Wahrheit ist und was Fiktion, vermag ich nicht zu entscheiden. Klar ist auf jeden Fall, dass sie die 1000 Kraniche falten wollte, es aber nie geschafft hat. Gerne hätte ich jedoch etwas mehr über ihr Leben nach der Atombombe erfahren. 
Leider mangelt es dem Buch gerade an dem Punkt etwas an Substanz. Für einen kleinen Einstieg ist die Geschichte gut geeignet, weil das wichtigste abgedeckt wird, aber wer mehr über das Mädchen erfahren will, sollte sich vielleicht online etwas belesen. 


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