Mittwoch, 13. März 2019

Die Vergangenheit und die eigenen Dämonen...

oder Kirschblüten und Dämonen



Ich war vor kurzem im Kino und habe mir den neuen Film von Doris Dörrie angeschaut. Erst im Februar habe ich per Zufall gesehen, dass es diesen Film bald geben wird und war schon damals super gespannt auf diesen Film. Er ist eine Fortsetzung ihres 2007 erschienen Films Kirschblüten Hanami. 

Geschichte: 
Es sind schon 10 Jahre vergangen seit dem Tod von Trudi und Rudi. Ihr jüngster Sohn Karl steht nun vor dem Trümmerhaufen seines Lebens. Er trinkt, um seine inneren Dämonen zu besiegen, lebt getrennt von seiner Frau und dem gemeinsamen Kind. Karl weiß nicht, wie es im Leben mit ihm weiter gehen soll, als plötzlich Yu vor der Tür steht. Wie eine Erscheinung aus alten Tagen steht sie plötzlich da und versucht ihm zu helfen... Nur mit großem Widerstand geht er mit ihr in sein altes Elternhaus, das noch immer leer steht. In diesem Haus kommen die Erinnerungen an seine Kindheit hoch und die Frage, weshalb seine Eltern ihn nicht loslassen können, steht im Raum. 

Meine Meinung: 
Als ich von dem Film erfuhr, war ich schon sehr aufgeregt. Kirschblüten Hanami ist einer meiner liebsten Filme und umso mehr freute ich mich über eine Fortsetzung. 
Schon der Anfang des Films zieht einen mit in die Geschichte. Man erlebt Karl, wie er heute ist und merkt sofort, das mehr dahinter steckt und dass das Verständnis für ihn von seinem Umfeld nicht gegeben ist. Erst als Yu dann auftaucht, beginnt eine Entwicklung Karls. In seinem Elternhaus trifft er auf die Geister seiner verstorbenen Eltern und die Kindheit holt ihn wieder ein. Mit jeder Erinnerung und jeder Sequenz mit den toten Eltern versteht der Zuschauer mehr von den Charakteren und wieso sie so geworden sind. Man lernt viel über seine Beziehung zu seinen Geschwistern und auch Rudi und Trudi ein Stückchen besser kennen. Hinter der ganzen Trauerbewältigung und der Auseinandersetzung mit der Kindheit steckt die allgegenwärtige Frage: "Wer bin ich und wer will ich eigentlich sein?" Karl entwickelt sich im Laufe des Films vor allem durch seine Auseinandersetzung mit den inneren Dämonen und einem Schicksalsschlag. Yu ist hierbei eine Wegbegleiterin, die ihm hilft.
Doris Dörrie hat die Geschichte wunderschön umgesetzt. Die Dämonen- und Toten-Sequenzen sind so gut inszeniert. Die Schauspieler haben ihren Job super gemacht und man merkt, dass die Chemie zwischen allen vollkommen stimmt. Dies ist Kirin Kikis letzter Film und sie hat ihre Rolle so gut gespielt. Eine würdige letzte Rolle für diese tolle Schauspielerin.
 Ich wurde vom Film keineswegs enttäuscht und hoffe sehr, dass er viel Anklang beim Publikum findet. Doris Dörrie hat hier wieder ein Meisterwerk geschaffen. Den Blu-Ray Release kann ich schon jetzt nicht mehr abwarten. Danke Doris Dörrie für solch einen guten Film!


Trailer:

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