Mittwoch, 20. Februar 2019

Wie soll man das nur lesen können?

oder: Die japanischen Schriftsysteme :D ...


Vor bald vier Jahren begann ich wieder mit dem Japanisch lernen und stand somit wieder vor einer großen Aufgabe... Zwei von drei Schriften musste man sich ins Gedächtnis einmeißeln. Am dritten bin ich nun seit geraumer Zeit dran...

Im Japanischen gibt es drei Schriftsystemen, die ich euch heute mal kurz vorstellen möchte. =) Um Japanisch richtig zu beherrschen ist es eigentlich schon unumgänglich auch die Schriftsysteme zu lernen. 

Warum soll man alle drei Schriften lernen? 
Ein japanischer Text gliedert sich in Hiragana, Katakana und Kanji. Man hat sofort einen besseren Überblick und das Lesen läuft flüssiger. Da im Japanischen die Wörter direkt aneinander gereiht geschrieben werden, kann man den Text durch die Verwendung der Schriften gut gliedern und weiß sofort wann welches Wort anfängt/endet. 
Beispiel: 
いぬはいえのなかにいます。Der Hund ist im Haus.
犬は家の中にいます。
Beide Sätze haben die gleiche Bedeutung, aber der zweite ist wesentlich kürzer und einfacher zu lesen. 

Ich habe schon ein Buch zum Erlernen von Kanji vorgestellt.

Hiragana
Hiragana ist eine Morenschrift und jedes Zeichen steht für ein Vokal oder einen Konsonanten mit nachfolgendem Vokal. 
Die Schrift selbst entstand aus den Man'yogana. In früheren Zeiten schrieben vornehmlich Hofdamen und gelehrte Frauen mit diesen Zeichen. So findet man die Schrift oft noch in alten überlieferten Büchern. Zu späteren Zeiten haben auch Männer diese Schrift übernommen. Offizielle Dokumenten wurden zu dieser Zeit nur in Kanji und Katakana geschrieben. In der Edo-Zeit entstand mit den Hiragana eine eigene Literaturgattungen, Kanahon und Kanazoshi.
Mit der Schriftreform von 1900 und 1945 gewannen die Hiragana an mehr Bedeutung und werden vortan für die grammatikalischen Verbendungen, sowie die Partikel genutzt.

Katakana
Katakana entstanden zur gleichen Zeit aus den Man'yogana. Sie wurden jedoch von Männern benutzt und waren von größerer Bedeutung. Vor allem in offiziellen Dokumenten und Schriften wurden neben den Kanji auch die Katakana genutzt. 
Heute sind die Katakana eher für Fremd- und Lehnwörter genutzt. Ebenso werden ausländiche Namen mit Katakana geschrieben.

Kanji 
Kanji sind aus dem Chinesischem übernommen und großteils abgewandelt wurden. Frühste Funde deuten darauf hin, dass Kanji schon sehr früh (3. oder 5. Jahrhundert) verwendet wurden. Obwohl die Kanji zum Großteil übernommen wurden, finden sich noch einige Zeichen, die in Japan entwickelt worden. Ebenso ist die Lesung der Zeichen unterschiedlich. Unabhängig voneinander vereinfachten China wie auch Japan ihre Schriftzeichen. Die japanischen Kanji können auf zwei Arten gelesen werden: Sinojapanisch (onyomi) oder reinjapanisch (kunyomi)
Die sinojapanische Lesung stammt aus dem Chinesischem. Die reinjapanische Lesung ist umfangreiche und wurde den chinesischem Zeichen zugeordnet. 
Durch die Verwendung von Kanji lassen sich Texte im japanischen gut querlesen. Man kann den Sinn des Textes allein an den Kanji herleiten. 





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen