Montag, 28. Januar 2019

Was ist Familie? ...

oder: Shoplifters: Familienbande 


Quelle: imdb.de

Ende Dezember kam endlich wieder ein japanischer Film in die Kinos. Dies sollte zugleich auch der letzte Film der Schauspielerin Kirin Kiki sein. Diese hat mich schon in anderen Filmen begeistert, weshalb ich natürlich gleich ins Kino ging. 

Um was gehts? 
Nach einer Diebestour in einer kalten Winternacht treffen Osamu Shibata und sein Sohn Shota auf das kleine, verwahrloste Mädchen Yuri. Kurzerhand tut Osamu das, was der Gelegenheitsarbeiter am besten kann - er “stibitzt” Yuri und nimmt sie für eine warme Mahlzeit mit nach Hause. Die anfänglichen Bedenken seiner Frau Nobuyo über das neue Familienmitglied sind schnell verflogen. Auch Großmutter Hatsue und Halbschwester Aki, die hinter einem Einwegspiegel in einem Stripclub arbeitet, heißen Yuri in der Enge ihrer alten Behausung willkommen. Umgeben von anonymen Wohnblöcken lebt die bunte Truppe mithilfe von kleinen Betrügereien, Ladendiebstählen und trotz widriger Umstände glücklich zusammen. Bis zu dem Tag, an dem ein unvorhergesehener Vorfall bisher gut geschützte Familiengeheimnisse enthüllt. Jetzt muss sich beweisen, ob diese Menschen mehr verbindet, als ihr Dasein als Kleingauner und Lebenskünstler… (Quelle: Wild Bunch)

Meine Meinung: 
Der Film handelt von Familie und wie wichtig der Zusammenhalt ist. Ebenso zeigt der Film auch nicht so schöne Seiten Japans. Man sieht hier eine Familie, die auf engstem Raum in einem kleinen Häuschen wohnt und eher am Rande der Gesellschaft agiert. Vater und Sohn halten die Familie mitunter mit Diebstählen über Wasser. Die Mutter arbeitet in einer Wäscherei und die Tochter ist Tänzerin in einem einschlägigen Etablissement. Diese Familie nimmt ein weiteres Kind bei sich auf, welches daheim wohl keine liebevolle Familie hat und verwahrlost bei kaltem Wetter auf einem Balkon aufgefunden wird. 
Sie kümmern sich um das Mädchen als wäre es ihr eigenes und mit der Zeit wird klar, dass in dieser Familie eigentlich keines der Mitglieder wirklich miteinander verwandt ist. Beim Schauen des Films ahnt man schon, dass diese kleine, selbstgeschaffene Idylle irgendwann brechen wird... Hirokazu Kore-Eda schafft mit diesem Film ein Porträt einer Familie und zeigt, dass nicht immer Blut das verbindende Element sein muss. Der Film ist eher ein ruhiges Drama und besticht mit seinem schönen Bildern. Man fühlt mit den Protagonisten mit und bleibt nach dem Film etwas verdutzt zurück. 
Er hat zurecht die goldene Palme bei dem Filmfestspielen in Cannes 2018 gewonnen. Sehr sehenswert!

Trailer: 
 

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