Mittwoch, 31. Oktober 2018

Japan Book Year 10 - Gesellschaftliche Normen...

oder: Die Ladenhüterin



Die Zeit rennt einfach ungemein... Irgendwie kann man sie ja fast nicht anhalten. 
Heute gehts schon ums 10. Buch meines Japan Book Years. Dieses Mal das preisgekrönte Buch "Die Ladenhüterin" von Sayaka Murata.
Story: 
Keiko Furukawa ist Mitte 30 und arbeitet als Aushilfe in einem Konbini. Mit ihrer Außenwelt und deren Erwartungen an sie als Japanerin kommt sie nicht so wirklich zurecht. Sie eckt oft mit ihrer Denk- und Handlungsweise an. Weshalb gerade der Job im Konbini vor 18 Jahren eine Rettung für sie darstellte. Erst dort, in diesem durchstrukturierten Kosmos, konnte sie sich perfekt einfügen und lernt durch, wie sie sich zu verhalten hat.
Dennoch  muss sie sich immer mehr mit ihrer Umwelt auseinandersetzen... 

Meinung: 
Ich bin nur per Zufall über dieses Buch gestolpert und war erstaunt, dass es erst dieses Jahr in Deutschland herauskam. Zudem war bzw. ist es ein riesen Erfolg. 
Allein der Klappentext lässt erahnen, dass es sich nicht um ein actiongeladenes Buch handelt, sondern um eine ruhige Story... 

Man hat schon von der ersten Minute an, das Gefühl, dass mit der Hauptperson in diesem Buch etwas nicht stimmt. Dieses Gefühl wird im weiteren Verlauf bestätigt. Keiko versucht sich anzupassen und sich in die Gesellschaft einzufügen, dennoch gelingt es ihr nie so wirklich. Die Struktur im Konbini ist für sie perfekt. Sie weiß genau, was von ihr in welcher Situation verlangt wird. Auch den Tagesablauf hat sie einwandfrei drauf. Um mit ihren Kunden zu agieren, ahmt sie immer mal wieder auch ihre Kolleginnen nach. So lernt sie in den 18 Jahren viel über die Menschen um sie herum. Obwohl sie in diesem Laden so etwas wie ihre Bestimmung gefunden hat, versucht sie der Gesellschaft gerecht zu werden und dadurch die Anerkennung ihrer Familie und Freunde zu bekommen. Diese Versuche normal zu wirken, scheitern dennoch immer wieder. Auch als ein Mann plötzlich in ihr Leben tritt. Man erfährt nicht viel von ihm und es ist eigentlich keine richtige Beziehung. Aber selbst dieses Experiment scheitert. Letztlich akzeptiert Keiko sich selbst, so wie sie ist... 

Was ich sehr schade fand, ist die Tatsache, dass diese Geschichte sehr kurz gehalten ist. Vieles, außerhalb Keikos Gefühlsleben, bleibt recht oberflächlich. Auch in der Beziehung zu diesem Mann hätte man mehr reinpacken können. Es hätte noch viel Potenzial gegeben... Dennoch spiegelt das Buch die japanische Gesellschaft wunderbar wieder und zeigt das soziale Leben/den Umgang miteinander dort auf. Das Buch hat in Japan gerade für diese Thematik und den Erfolg schon Literaturpreise erhalten.
Dieses Buch ist eine kurzweilige Geschichte und obwohl eben so kurz gehalten, doch mit einer klaren Aussage. 

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