Montag, 18. April 2016

Die Geschichte von Nuno Zori...

oder: Coole Sache <3


Nuno Zori sind traditionelle japanische Hausschuhe, die man leicht aus alten Stoffstücken selbst herstellen kann.
Sie ähneln vom Aussehen her den hier bekannten FlipFlops. Man sagt ihnen zudem auch noch "massierende" Eigenschaften nach. Ich habe sie selbst vor gut einem Jahr auf dem Kodomo no hi gesehen und gekauft. Seit dem trage ich sie jeden Tag und vor allem im Sommer sind sie super <3.

Bei der VHS in Freiburg wurde dieses Semester ein Kurs angeboten, in dem man das "Stricken" dieser Sandalen lernen kann. Natürlich habe ich mich dazu dann auch gleich angemeldet.
Ich war sehr gespannt als ich am letzten Samstag dann in das neue VHS Center im Colombi-Eck ging und mich in ein neues "Abenteuer" stürzen durfte. 

Dort lernte ich dann die Dozentin Mai Shirato kennen, mit der ich mich dann auch gleich kurz unterhalten konnte. Sie ist eine japanische Designerin, die in Freiburg und in Japan lebt. Sie macht verschiedene Projekte und auch Designs. Ich kannte sie schon vom sehen, da sie auch auf dem Kulturtag (hier) und dem letztjährigen Kodomo no hi (hier) dabei war. Neben ihren Projekten bietet sie auch handgefertigten Schmuck an. Der Workshop zu den Nuno Zori war ihr erster Kurs an der VHS. 
Als dann alle Teilnehmmerinnen (ja, wir waren eine reine Frauenrunde :D) da waren legten wir los. Sie prüfte kurz die mitgebrachten Stoffe, ob diese nicht zu dick und geeignet sind. 

Anleitung
Dann sollten wir diese zuerst in ungefähr 30 Streifen (mind. 70 cm lang und ca 7 cm breit) schneiden/reißen. Nach erledigter Arbeit ging es dann ans Stricken. Hierfür mussten wir die Schuhe und Socken ausziehen, da wir das Seil (ca. 1 cm dick und 150 cm lang) zwischen unseren Zehen spannen musste. Es mussten zwei zusammenhängende Kreise entstehen. Dann wurde die Mitte markiert und die beiden losen Enden (die sich unter dem Mittelstück befinden) zusammen geklebt. Der Anfang des Strickens war etwas schwer, aber nach gutem Zuschauen und einer super Erklärung haben wir dann alle tatsächlich den Anfang geschafft und konnten loslegen. 

Danach webte man quasi die Stoffstücke in die Seile ein. Die Enden sollten alle immer nach unten schauen, da sie später verknotet werden. Dabei musste man drauf achten, das Webstück breit genug zu halten, damit man später gut drauf stehen kann und das Nuno Zori nicht zu klein/schmall wird.
Nach 16 cm musste man dann drei Stücke (2 x ca. 70 cm  lang und 1 x mal ca 150 cm) zusammennähen und um das rechte, äußere Seil wickeln und zu einem 30 cm langen Stück flechten. Dieses wurd dann auf der linken Seite festgebunden und die Enden weiter verwebt. 

Jetzt ging es an die Ferse. Hierfür musste man nur noch so weit weben bis der komplette Fuß draufstehen kann. Etwas länger ist nicht schlecht. Das Endstück des letzten Stoffs um die linken beiden Seile wickeln.
Hier kam der kniffligste Teil... Man muss den Schuh festhalten und an dem zusammengeklebten Seilenden ziehen. Gleichmäßig, damit der Schuh sich nicht wellt. 

Ist das geschafft, so kann man nun die losen Enden zusammenbinden und die Mitte des geflochtenen Stücks an der Sohle befestigen. Ein Stück Stoff muss dafür zusammengelegt werden. Das geschlossene Ende muss von oben durch die Sohle gezogen werden. Die Seilenden werden in diese Schlaufe gesteckt. Dann zieht man die Schlaufe zu und dreht die losen Enden oben so lange zusammen bis ein kleiner "Steg" entsteht. Dann umwickelt man die Mitte des Geflochtenen und zieht die losen Enden durch die Sohle. Unter der Sohle umwickelt man damit noch etwas die Seile und knotet sie dann fest. 

Seile und die Enden der Knoten abschneiden und voila! Der erste Schuh ist fertig. 

Unterseite der Nuno Zori
Im Kurs (3h)  kamen wir nur zu einem Schuh, aber ich war daheim nicht untätig und habe den zweiten noch selbst fertig gestellt.  Dieser ging dann auch schneller, da man es dann natürlich schon konnte. 

Mein Fazit: 
Sehr bequeme Schuhe für daheim. Man kann sie wohl auch draußen anziehen, da sie eine sehr dicke Sohle haben. Der Kurs hat sehr viel Spaß gemacht und ich werde beim nächsten Mal wieder dabei sein. Jetzt kann ich sicherlich auch zwei in 3 h fertigen. Die Dozentin ist eine sehr nette junge Frau. Gerne hätten sie mit uns gleich das Paar fertig gestellt, aber sie sagte selbst, das nächste Mal wird dann einfach mehr Zeit eingeplant, da es sonst frustrierend ist wenn manche noch nicht mal den einen Schuh fertig haben.
Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht.


Wer sich für Mai's Arbeit interessiert, hier sind ihre Seiten:

Mai Shiratos Webseite: www.monocotoc.net
Ihre Facebookseite: https://www.facebook.com/monocotoc/

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