Mittwoch, 22. Juli 2020

Das Seidenraupenzimmer

oder: Seidenraupenzimmer, Sayaka Murata



Die Ladenhüterin habe ich sehr gemocht und aus diesem Grund war ich total gespannt als ich las, dass ein weiteres Buch von Sayaka Murata in Deutsch übersetzt wurde... Dieses kam nun letzten Monat heraus.
Inhalt:
Der neue Roman nach dem Bestseller »Die Ladenhüterin«

Der neue Roman von Japans Erfolgsautorin Sayaka Murata erzählt die Geschichte zweier Außenseiter, Natsuki und ihr Cousin Yu, die sich jung verlieben und gemeinsam gegen eine Welt verbünden, die ihnen beileibe nicht nur Gutes will. Im alten Farmhaus der Familie, in dem früher die Seidenraupen ihren Dienst verrichteten, sind sie glücklich, denn sie sind beieinander. 20 Jahre später geht Natsuki an diesen Ort zurück ... Die Magie dieses Romans spinnt uns ein in einen irisierenden Kokon der Fremdheit und entlässt uns schließlich in eine Realität, in der alles möglich ist (Quelle: Aufbau Verlag)

Meine Meinung
Zu Beginn wird man in die Kindheit der beiden Hauptcharaktere entführt. Man lernt ihre besondere Beziehung kennen und beginnt zu verstehen, weshalb sich beide verbünden.
Sie sind sich ziemlich ähnlich und leben in zwei Welten: Der Realität und der Fantasie. Diese unschuldige Idylle bekommt aber zunehmend Risse und wird durch eine Aktion der beiden dann vollkommen zerstört. Lange sehen sich die beiden dann nicht mehr wieder. Die Familie unterbindet den Kontakt. 20 Jahre später lebt Natsuki in einer Beziehung, die ebenfalls alles andere als normal ist. Sie versucht zur Gesellschaft zu gehören. Natsuki und ihr Mann treffen im alten Farmhaus wieder auf Yu. Anfänglich wirken alle drei noch sehr vorsichtig und versuchen ein Gesicht zu wahren, das nicht ihr eigenes zu sein scheint. Erst mit der Zeit merken alle drei, dass sie eigentlich die gleichen Gedanken haben und werden dann eine Gemeinschaft.

Bis dahin war das Buch für mich persönlich sehr verständlich und ich konnte mich in die Lebenssituation gewisser Personen einfühlen. Es zeigt ähnlich wie Muratas erstes Buch die japanische Gesellschaft und deren Normen und Werte. Zum Schluss wird es jedoch um einiges fantastischer als der Vorgänger. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen für die Hauptcharaktere...
In diesem Roman steht wieder der Zwiespalt zwischen der Erwartung der Gesellschaft und dem eigenen Leben im Vordergrund. Er ist wirklich gut geschrieben und nimmt einen von Anfang an mit.

Diesen Roman kann ich sehr empfehlen!

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