oder: Das Kopfkissenbuch einer Hofdame, Sei Shonagon
Ich habe mich ja dem Leseclub von Japanliebe angeschlossen. Sie hatte Anfang des Jahres die Idee einen Buchclub rund um japanische Literatur zu eröffnen. Hier sollten alle zwei Monate ein neues japanisches Buch gelesen werden. Das erste war nun der Klassiker Das Kopfkissenbuch einer Hofdame...
Geschichte:
Ein Bündel edlen Papiers diente Sei Shônagon vor tausend Jahren als Tagebuch. Diesem vertraute sie ihre intimsten Geheimnisse an, darunter allerlei Delikates aus den Privatgemächern des Kaiserpalasts. Freimütig schwärmt die selbstbewusste junge Frau von Stil und Schönheit, macht sich über die Marotten der Männer lustig und ergründet mit heiterem Eigensinn Himmel und Erde. Ob sie vom prachtvollen Schwertlilienfest erzählt, vom Ausrücken der Kaiserlichen Gewittergarde oder von klammheimlichen Tête-à-Têtes – dank des lebendigen Stils wirken ihre höfischen Impressionen wie mit dem Tuschepinsel hingetupfte Ewigkeitsbilder. (Quelle: Manesse Verlag)
Meine Meinung:
Mit diesem Buch habe ich schon länger geliebäugelt, aber immer wieder gedacht, dass es nicht mein Fall ist. Es ist wahrscheinlich wirklich nicht mein Fall, da es nur kurze Sequenzen eines Alltags zeigt. Diese Einblicke sind nicht unbedingt zusammenhängend und mir fehlten oft Erklärungen. Das Nachwort liefert tatsächlich einiges an Hintergrundwissen, weshalb manche Fragen sich dann doch klärten und einige Szenen sich besser einordnen ließen.
Die Protagonistin selbst wirkt für mich oft überheblich und ziemlich arrogant. Das mag am Umgang liegen, aber in manchen Szenen fragte ich mich, warum sie handelt bzw. wohl in ihrer Sicht so handeln muss. Ganz unsympathisch ist sie mir nicht, aber manches war doch zu boshaft.
Insgesamt liefert dieses Buch interessante Einblicke in ein sehr altes Japan und zeigt Werte, die zum großen Teil noch gelebt werden. Auch zeigt es einen realistischen Eindruck vom Leben am kaiserlichen Hofe. Es gibt letztlich nur wenige eindeutige Überlieferungen, wie das Leben damals war.
Ganz mein Stil war es nicht, aber dennoch gut zu lesen.

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