Mittwoch, 28. März 2018

Japan in der Nachkriegszeit...

oder: Die Japanische Dreigroschenoper, Takeshi Kaiko



Heute stelle ich euch nun das dritte Buch meines Japan Book Years vor. Dieses Mal geht es um ein älteres Werk von Takeshi Kaiko: Die Japanische Dreigroschenoper. 
Das Buch erschien das erste Mal 1959 auf dem deutschen Büchermarkt und war quasi sofort ausverkauft. Erst Anfang der 90er gab es dann eine weitere Auflage dieses Buchs. 

Geschichte: 
Im riesigen Bergwerk Sugiyama liegen haufenweise Altmetalle. Seit dem die ehemalige Waffenfabrik nach dem Krieg dicht gemacht hat, nehmen die Apachen das Revier für sich ein und graben dort nach dem wertvollen Metall. Diesen verkaufen sie dann um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 
Das Armenviertel Osakas grenzt, nur durch einen Fluß getrennt, an das Bergwerk. 
Fukusuke, Glückskind, lebt eigentlich auf der Straße und kommt nur zufällig in das Viertel. In eben jenem Viertel blüht gerade der Handel mit dem angelachten, geklautem, Metallen und es wird jede helfende Hand gebraucht. 
So bleibt Fukusuke dort und hilft in Kims Bande mit. Er lernt allerlei Tricks und ist bald schon ein fester Bestandteil dieser Bande. 

Doch der Reichtum zieht weitere Landstreicher und andere Diebe an. Sodass sich irgendwann auch die Polizei und die Regierung mehr in die Grabereien einmischen. 
Als ein Gerücht über einen Silberfund die Runde im Viertel macht, bauen sich die Apachen noch ein letztes Mal auf und versuchen diesen Schatz zu heben... 

Meine Meinung: 
Der Roman von Takeshi Kaiko ist an Brechts Dreigroschenoper angelehnt und kritisiert ebenso die Gesellschaft kurz nach dem Krieg. 
In dieser Zeit war es für die ärmsten der Armen fast nicht möglich den Lebensunterhalt zu bestreiten ohne in Konflikt mit dem Gesetz zu kommen. 
Auch ist die Regierung im Roman ebensowenig bereit, den Männern eine Arbeit zu beschaffen oder sie für die Grabungen zu entlohnen, weshalb sie sich gezwungen sehen, das Metall selbst an den Händler zu verhökern. (Den hätte das Amt eingelenkt und das Graben unter amtlicher Aufsicht gestattet, wäre es nichts verwerfliches gewesen.) 
So bleibt den Protagonisten in diesem Roman nur der Zusammenhang im Hinblick auf ihre Ziele. Jedoch zeigt auch diese Geschichte, dass sich immer mehr Menschen abwenden, wenn die Sonne mal nicht so kräftig scheint. Letztlich ist trotz der Gruppe jeder für sich selbst verantwortlich. 

Das Buch ist sehr empfehlenswert. Man findet es jedoch nur noch gebraucht. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen