oder: Lebensgeister (Banana Yoshimoto)
Weiter gehts im Lesefieber... Im Februar habe ich mir das Buch Lebensgeister von Banana Yoshimoto vorgenommen und berichte euch heute darüber.
Die Geschichte:
Nach einem schweren Unfall muss Sayoko nur nicht nur den Verlust ihres Freundes verkraften, sondern auch ihre eigene Nahtoderfahrung verarbeiten.
Sie ist fortan nicht mehr sie selbst und kümmert sich trotzdem um die hinterlassenen Werke ihres verstorbenen Partners. Sie pendelt hierfür von Tokio nach Kyoto und beginnt nach langer Zeit endlich das Erlebte auf ihre Weise zu verarbeiten. Dabei hilft ihr nicht nur der Schritt wieder in eine eigene Wohnung zu ziehen, auch Freunde tragen ihren Teil zu Sayokos Genesung bei.
Durch ihre Erfahrung wird die Grenze zwischen Lebenden und Toten verwischt und Sayoko sieht Dinge, die anderen verborgen bleiben...
Meine Meinung:
Das Buch ist mit seinen 160 Seiten relativ kurz gehalten. Anfänglich war ich skeptisch, ob das ausreicht um solch ein komplexes Thema zu behandeln.
Man wird ohne Vorgeplänkel ins Geschehen geworfen. Da ist Sayoko, die eine Eisenstange im Bauch hat und beschreibt, was sie in diesem Moment fühlt und denkt. Dabei fällt auf, dass sie eher besorgt darum ist, dass ihr Freund nicht überlebt.
Leider ist es aber andersrum und sie muss viel verkraften bis zur vollständigen Heilung. Sayoko erzählt auch im weiteren Verlauf viel zu ihren Gedanken und Gefühlen.
Der Leser ist in ihren Gedanken dabei und erlebt hautnah den langen Prozess der Verarbeitung mit. Es ist so gut beschrieben, dass man sich wirklich in Sayoko hineinversetzen kann. Ob man alles genauso machen würde wie sie, bleibt jedem Leser selbst überlassen. Ihr Prozess ist kein einfacher, aber auch recht unkonventionell. Sie akzeptiert ihr Leben und genau das gibt ihr die Freiheit, die ihr fehlt.
Yoshimoto hat das Buch mit wunderschön, beschreibenden Worten gefüllt. Diese Worte geben dem Leser das Gefühl selbst in diesen Gedanken zu sein.
Ein kleines Manko ist das Ende, da die Geschichte für mich da eigentlich weiter gehen könnte. Schließlich bleiben ein paar Fragen auch offen und man spürt, dass sie noch nicht ganz am Ziel angekommen ist.
Es ist ein wunderschön zu lesendes Buch, welches sich mit Trauer und deren Bewältigung beschäftigt.
Es fehlt jegliche Action, aber dafür sind die leisen Worte umso lauter.
Das Buch gibt es derzeit bei Amazon.de für 15 € als Taschenbuch.

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